{"id":1716,"date":"2021-04-01T12:23:09","date_gmt":"2021-04-01T11:23:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hilotherm.com\/?p=1716"},"modified":"2024-07-26T19:10:34","modified_gmt":"2024-07-26T18:10:34","slug":"langzeitkomplikationen-der-chemotherapie-vermeiden-mamma-mia-magazin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hilotherm.com\/en\/langzeitkomplikationen-der-chemotherapie-vermeiden-mamma-mia-magazin\/","title":{"rendered":"Langzeitkomplikationen der Chemotherapie vermeiden |\u00a0Mamma Mia! Magazin"},"content":{"rendered":"<h1>Langzeitkomplikationen der Chemotherapie vermeiden<\/h1>\n<p>erschienen in Mamma Mia! das Brustkrebsmagazin 02\/2021<\/p>\n<h3>Gezielte Ma\u00dfnahmen wie K\u00fchlung k\u00f6nnen die Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie, kurz CIPN, verringern.<\/h3>\n<p>Die Chemotherapie ist wohl die Therapie in der Behandlung von Krebserkrankungen, die von den Patienten am meisten gef\u00fcrchtet wird. Ihre \u00c4ngste vor den typischen Nebenwirkungen ist gro\u00df: \u00dcbelkeit, Erbrechen, m\u00f6gliche\u00a0 Infektionen, Haarausfall und zuletzt die Entwicklung von schmerzhaften Nervensch\u00e4digungen an H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen. Mediziner sprechen dann von Chemotherapie-induzierter Polyneuropathie, kurz CIPN. Sie tritt besonders bei den\u00a0 Patienten auf, die mit Taxan-haltigen Medikamenten (Paclitaxel, Docetaxel, nab-Paclitaxel) behandelt werden. Aber auch andere Medikamente k\u00f6nnen zur Auspr\u00e4gung der CIPN f\u00fchren. Beim Auftreten akuter Symptome w\u00e4hrend der Chemotherapie m\u00fcssen oft die Therapieintervalle verl\u00e4ngert, die Dosis reduziert oder im schlimmsten Fall sogar die Chemotherapie abgebrochen werden. Dies kann den langfristigen Therapieerfolg negativ beeinflussen. Die Problematik der Polyneuropathie ist offensichtlich.<\/p>\n<h4>Kontinuierliche, gradgenaue K\u00fchlung von H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen<\/h4>\n<p>&#8220;Seit 2017 dokumentieren wir am Luisenkrankenhaus und in der H\u00e4matoonkologischen Praxis Schmutz\/Hegener in D\u00fcsseldorf Daten von Krebspatienten, die H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe w\u00e4hrend ihrer Chemotherapie mit einem neuartigen Ger\u00e4t (Hilotherm Chemo Care) k\u00fchlen. Das Ger\u00e4t ist ausgestattet mit Hand-\/Fu\u00dfmanschetten und erm\u00f6glicht eine kontinuierliche, gradgenaue K\u00fchlung der Extremit\u00e4ten. Der Sauerstoffbedarf des Gewebes, der Stoffwechsel sowie die<br \/>\nDurchblutung werden reduziert und weniger toxische Substanzen verletzen die Nerven an H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen. Mit<br \/>\neiner Ger\u00e4teeinstellung von 10 bis 12\u00b0C werden H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe kontinuierlich 30 Minuten vor Beginn, w\u00e4hrend und<br \/>\nbis 60 Minuten nach der Chemotherapie gek\u00fchlt. Die Patienten empfinden diese K\u00fchlung als wesentlich angenehmer als herk\u00f6mmliche Versuche, mit Hilfe von Eishandschuhe zu k\u00fchlen&#8221; beschreibt Dr. Schaper das neuartige Thermoheilverfahren.<\/p>\n<p>\u201eWir haben bisher Daten von 186 Patienten ausgewertet. 144 von ihnen entschieden sich f\u00fcr die prophylaktische<br \/>\nAnwendung des neuen Thermoheilverfahrens und k\u00fchlten H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe bei jeder Chemotherapie, beginnend<br \/>\nmit der ersten Chemotherapie. Nur acht Patienten entwickelten kurzfristig Symptome der CIPN mit Schmerzen und<br \/>\nBeeintr\u00e4chtigungen im Alltag (Grad 2), eine Patientin gab den Toxizit\u00e4tsgrad 3 an. 93 Prozent der Patientinnen, die<br \/>\ndas kontrollierte Thermoheilverfahren vorbeugend angewandt haben, blieben frei von schweren Symptomen. Die<br \/>\nErgebnisse erweisen sich als nachhaltig: 4, 7, 10 bis 13 Monate nach Ende der Chemotherapie sind 96 bis 98 Prozent<br \/>\nunserer Patienten ohne limitierende Symptome oder Beschwerden. Zum Vergleich: In der Gruppe derer, die nicht<br \/>\nvorbeugend k\u00fchlten (n=38), entwickelten 50 Prozent der Patienten schmerzhafte, limitierende Symptome (Grad 2 &amp; 3).<\/p>\n<h4>Methode wird immer bekannter<\/h4>\n<p>Schwere, nicht reversible Auspr\u00e4gungen der CIPN k\u00f6nnen h\u00e4ufig vermieden werden. Die Langzeitprognose f\u00fcr viele Patienten mit einer Krebserkrankung hat sich durch viele innovative Therapiekonzepte in den letzten Jahren stark verbessert, daher sollte auch die Vermeidung schwerer Langzeitkomplikationen, die die Lebensqualit\u00e4t der Patienten stark beeinflussen, mehr in den Fokus ger\u00fcckt werden.<\/p>\n<p>\u201eErfreulicherweise h\u00f6ren immer mehr Patienten und behandelnde \u00c4rzte von dieser Methode und wenden sie an. Wir<br \/>\nhoffen, dass die Therapie bald nicht nur in vielen Kliniken und Praxen standardisiert wird (heute etwa 40 Standorte<br \/>\nin Deutschland), sondern dass sich bald auch die Krankenkassen an den anfallenden Kosten beteiligen werden,<br \/>\nzumal die Anwendung f\u00fcr Patienten und Pflegepersonal so simpel ist,&#8221; sagt Dr. Schaper.<\/p>\n<h4>Kontakt<\/h4>\n<p>Dr. rer. nat. Trudi Schaper<br \/>\nVorsitzende Internationale Senologie<br \/>\nInitiative ISI e. V. und Studienleitung<br \/>\nLuisenkrankenhaus D\u00fcsseldorf<br \/>\nLuise-Rainer-Str.6-10<br \/>\n40235 D\u00fcsseldorf<br \/>\nTel.: +49 (0)172 8676463<br \/>\nE-Mail: trudi.schaper@<br \/>\nluisenkrankenhaus.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langzeitkomplikationen der Chemotherapie vermeiden erschienen in Mamma Mia! das Brustkrebsmagazin 02\/2021 Gezielte Ma\u00dfnahmen wie K\u00fchlung k\u00f6nnen die Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie, kurz CIPN, verringern. Die Chemotherapie ist wohl die Therapie in der Behandlung von Krebserkrankungen, die von den Patienten am meisten gef\u00fcrchtet wird. 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