35 – 43 °C HILOTHERAPY®  Gewebekonditionierung bei großflächigen Dissektionen oder Lappenplastiken

HILOTHERAPY® Calido Die gradgenaue Wärmeanwendung

Das Gerät HILOTHERM Calido wurde speziell für die lokale Wärme-Applikation im Rahmen der HILOTHERAPY® entwickelt.

Die HILOTHERAPY® mit dem Gerät HILOTHERM Calido ermöglicht die lokale Wärmeapplikation zur Prä- bzw. Postkonditionierung von potenziell, bzw. tatsächlich kritisch durchblutetem Gewebe. Dieser Zustand kommt v.a. bei chirurgischen Eingriffen an der Körperoberfläche vor, da eine großflächige Gewebeunterminierung oder ein Gewebetransfer (z.B. im Rahmen von Lappenplastiken) die Durchblutung von Haut und Muskel beeinträchtigen können. Eine Gewebepräkonditionierung mit lokaler Wärme von rund 35 – 43 °C führt zu einer signifikanten Verbesserung der Wundheilung und des Lappenüberlebens.

 

Download Broschüre

Download Patienten-Infoflyer

Die Rolle der Gefäßveränderung (Zunahme von Gefäßdurchmesser und Gefäßanzahl)

Gewebepräkonditionierung (vor Gewebedissektion) mittels lokaler Wärme führt einerseits zu einer Gefäß­erweiterung unmittelbar nach Wärmeapplikation (Aufrechterhaltung der kapillaren Durchblutung in Bereichen der kritischen Ischämie), sowie andererseits zu einer Zunahme der Ischämietoleranz (Fähigkeit des Gewebes eine verminderte Durchblutung zu tolerieren).

Gewebepostkonditionierung (nach Gewebedissektion) mittels lokaler Wärme führt zu einer verbesserten Erhaltung der Perfusion im gefährdeten Gewebebereich, insbesondere auf Kapillarebene. 

In beiden Fällen muss eine konstante Applikation der gewünschten Temperatur garantiert sein. Idealerweise sollte der physikalische Stressor außerdem im soge-nann­ten supraphysiologischen, bzw. sublethalen Bereich liegen, der für die Anwendung lokaler Wärme zwischen 41 – 43 °C liegt. Auf diesen Erkenntnissen basierend, wurde das Therapiegerät HILOTHERM Calido für die Anwendung lokaler Wärme in genau diesem Temperatur-bereich konzipiert. 

Wie eine vergleichende Studie zeigen konnte, ist der Gewebeschutz dann besonders ausgeprägt, wenn die Wärmeapplikation rund 18 Stunden vor
der Operation – also in der Regel am Vorabend – wiederholt angewendet wird. 

Drei Wärmezyklen à 30 Minuten mit einer Temperatur von 43 °C, jeweils unterbrochen durch eine passive Abkühlphase bei Raumtemperatur, haben sich als besonders wirksam erwiesen.

Postoperativ kann die Wärmeapplikation bereits am Tag des Eingriffes fort­gesetzt und im Verlauf täglich wiederholt werden. Die wiederholte Anwendung ist hierbei besonders empfehlenswert und sollte vor allem während der ersten 3-5 Tage durchgeführt werden, da sich in dieser Zeit bei Gewebe­minderdurchblutung in der Regel eine Nekrose abzeichnen würde. Ziel der HILOTHERAPY® ist es, durch eine wärmebedingte Gefäßerweiterung einen verbesserten arteriellen Einstrom, sowie einen verbesserten venösen Abfluss zu erzielen und so einer Gewebsnekrose vorzubeugen.

Vorteile
Andauernde Aufrechterhaltung der Durchblutung, besonders in potenziell gefährdetem Gewebe
Besseres Überleben des Gewebes trotz operationsbedingter beeinträchtigter Gewebedurchblutung
Schnellere Abheilung der chirurgischen Wunden
Selteneres Auftreten von Wundheilungsstörungen
Verkürzung des Klinikaufenthalts
geringere Wahrscheinlichkeit für korrigierende Folgeeingriffe auf Grund von Gewebeabstoßung

Anwendung

Die präzise Wärme-Anwendung wird durch die Verwendung von Wasser ermöglicht. Dieses wird in dem speziell dafür konzipierten Therapiegerät gradgenau auf die gewünschte Temperatur erwärmt und konstant auf diesem Wert ge­halten. Die medizinisch geforderte Temperaturkonstanz ist somit sowohl bei kurzen, als auch bei mehrstündigen oder gar mehrtägigen Applikationen gewährleistet. Um eine Anwendung an den verschiedensten Körperregionen zu ermöglichen, wurden formbare Wasserdurchlauf­manschetten entwickelt. Diese sind in unterschiedlichen Formen und Größen erhältlich und können so ideal auf die zu erwärmende Körperregion abgestimmt und angebracht werden. Das auf die gewünschte Temperatur erwärmte Wasser durchfließt die Manschetten und sorgt so für eine konstante und gleichmäßige Erwärmung des Gewebes. 

 

Zum Therapie-Gerät HILOTHERM Calido

Beobachtungsstudie

Prof. Dr. med. Yves Harder
Leiter Abteilung für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (EOC)
Ospedale Regionale di Lugano (ORL) / Sede Italiano (OIL) / Via Capelli /CH-6962 Viganello – Lugano / Schweiz

„Das lokale Anbringen von Wärme mittels formbaren Polyurethanmanschetten auf die zu operierende Körperregion hat sich bewährt. Die gleichmäßige Wärmeexposition wird von Patienten als viel angenehmer empfunden als die die lokale Kühlung. In der bisherigen Anwendungszeit traten keine Nebenwirkungen auf. Die lokale Rötung hervorgerufen durch die vermehrte lokale Hautdurchblutung ist spätestens am Folgetag vollkommen verschwunden. Die „HILOTHERAPIE Calido“ – vor der Operation lokal angebracht – vermindert signifikant sowohl Wundheilungsstörungen wie auch Hautnekrosen von kritisch durchblutetem Haut- und Muskelgewebe.“